Relaunch
Website-Relaunch: Der richtige Zeitpunkt
Woran Sie erkennen, dass ein Relaunch sinnvoll sein kann — und wie sich das Risiko von Sichtbarkeitsverlusten reduzieren lässt.
· 5 Min.
Ein Relaunch lohnt sich, wenn die Website Aufwand erzeugt statt Anfragen
Ein Website-Relaunch kann sich lohnen, wenn die bestehende Seite dauerhaft Arbeit verursacht, ohne die gesetzten Ziele ausreichend zu unterstützen — und wenn sich das mit einzelnen Korrekturen nicht mehr sinnvoll beheben lässt. Gestaltung allein trägt die Kosten eines Neubaus meist nicht.
Die Anzeichen dafür sind unspektakulär und wachsen über Monate. Einzeln betrachtet wirkt jedes für sich verschmerzbar, und genau deshalb wird der Relaunch jedes Jahr aufs nächste verschoben. Zusammen ergeben sie ein deutliches Bild:
- Die Seite sieht auf dem Handy schlecht aus oder ist dort mühsam zu bedienen.
- Niemand im Haus kann Inhalte ändern, ohne die Agentur zu fragen.
- Für das eingesetzte System erscheinen keine Sicherheitsupdates mehr.
- Besucher kommen, Anfragen bleiben aus.
- Struktur und Inhalte passen nicht mehr zu dem, was Sie heute anbieten.
Ein neues Design ist der schwächste Grund für einen Relaunch
Die Gestaltung allein rechtfertigt einen Relaunch selten. Eine Website, die technisch aktuell ist, sich im Haus pflegen lässt und ihre Ziele erreicht, wird durch ein neues Aussehen nicht automatisch messbar besser.
Belastbare Gründe liegen eine Ebene tiefer: ein Content-Management-System ohne Updates, eine Pflege, die ohne Dienstleister nicht funktioniert, eine Seitenstruktur, die das heutige Angebot nicht mehr abbildet. Trifft einer dieser Punkte zu, ist das neue Design ein willkommener Nebeneffekt, aber nicht der Anlass.
Wie alt darf eine Website sein?
Für Websites gibt es keine feste Haltbarkeit — entscheidend ist der Zustand des Systems, nicht das Baujahr. Eine gepflegte Seite aus 2019 kann in besserer Verfassung sein als eine ungepflegte aus 2023.
Technischer Handlungsbedarf entsteht insbesondere dann, wenn für die eingesetzte Version des Content-Management-Systems keine regulären Sicherheitsupdates oder keine passende verlängerte Pflege mehr verfügbar sind. Bekannt gewordene Schwachstellen können dann ungepatcht bleiben. Viele Angriffe laufen automatisiert und prüfen große Mengen von Websites auf solche Lücken; wie dringend der Umstieg ist, hängt trotzdem vom konkreten System und seinen Schutzmaßnahmen ab.
Das größte Risiko beim Relaunch ist der Verlust der Sichtbarkeit
Das größte Risiko eines Relaunchs ist weder das Budget noch der Termin, sondern die Sichtbarkeit bei Google: Was über Jahre gewachsen ist, kann an einem einzigen Tag wegbrechen.
Der Mechanismus dahinter ist simpel. Beim Umbau ändern sich die Adressen der Unterseiten. Jede alte Adresse, die niemand umleitet, läuft nach der Umschaltung ins Leere — für Besucher, für fremde Seiten, die darauf verlinken, und für die Suchmaschine. Google nimmt die betroffenen Seiten aus dem Index, und die Anfragen, die über die Suche kamen, bleiben aus.
Dieser Einbruch kommt nicht vom neuen Design, sondern von Adressen, die es nach dem Umzug nicht mehr gibt. Wer das weiß, kann ihn verhindern.
Ein zentrales Risiko beim Relaunch ist der Verlust von Sichtbarkeit
Ein zentrales Risiko eines Relaunchs ist die Sichtbarkeit bei Google. Rankings und Zugriffe können während eines größeren Umzugs vorübergehend schwanken; fehlerhafte Weiterleitungen oder nicht erreichbare Inhalte können darüber hinaus dauerhafte Verluste verursachen.
Beim Umbau ändern sich häufig die Adressen von Unterseiten. Führt eine alte, weiterhin relevante Adresse nach der Umschaltung ins Leere, verlieren Besucher und Suchmaschinen den direkten Weg zum Inhalt. Google kann solche URLs aus dem Index nehmen; dadurch können auch Zugriffe und Anfragen aus der Suche zurückgehen.
Das Risiko lässt sich mit einer vollständigen Bestandsaufnahme, passenden Weiterleitungen und anschließender Kontrolle deutlich reduzieren. Ein vollständig verlustfreier Verlauf lässt sich dennoch nicht garantieren.
Fünf Schritte verhindern den Einbruch bei Google
Ein Sichtbarkeitsverlust beim Relaunch ist vermeidbar, und zwar mit fünf Schritten, die vor dem Livegang beginnen und mit dem Livegang nicht enden. Keiner davon ist teuer — vergessen werden sie trotzdem regelmäßig, weil sie unsichtbar sind, solange alles gutgeht.
- Bestand aufnehmen: alle bestehenden Adressen erfassen, auch die Unterseiten, die Google kennt und die im Menü längst nicht mehr auftauchen.
- Struktur überführen: die neue Seitenstruktur bewusst planen, statt sie aus dem alten Menü abzuschreiben.
- Weiterleitungen setzen: jede alte Adresse zeigt auf ihr inhaltlich passendes neues Ziel. Eine pauschale Umleitung aller Seiten auf die Startseite wertet Google als Fehler.
- Vor dem Livegang testen: auf einer Kopie Formulare, interne Verlinkung, Ladezeit und Darstellung auf echten Geräten prüfen.
- Nachher messen: Google Search Console und eine Statistik wie Matomo im Blick behalten. Bricht etwas weg, sehen Sie es in Tagen statt in Monaten.
Fünf Schritte reduzieren das Risiko eines Einbruchs bei Google
Das Risiko eines Sichtbarkeitsverlusts lässt sich mit fünf Schritten reduzieren, die vor dem Livegang beginnen und mit dem Livegang nicht enden. Der jeweilige Aufwand hängt vom Umfang und Zustand der bestehenden Website ab.
- Bestand aufnehmen: alle bestehenden Adressen erfassen, auch die Unterseiten, die Google kennt und die im Menü längst nicht mehr auftauchen.
- Struktur überführen: die neue Seitenstruktur bewusst planen, statt sie aus dem alten Menü abzuschreiben.
- Weiterleitungen planen: Für alte Adressen mit einem inhaltlich passenden neuen Ziel wird eine permanente Weiterleitung gesetzt. Gibt es keinen sinnvollen Ersatz, ist ein korrekter 404- oder 410-Status meist besser. Eine pauschale Umleitung vieler unpassender Seiten auf die Startseite kann Google als Soft-404 behandeln.
- Vor dem Livegang testen: auf einer Kopie Formulare, interne Verlinkung, Ladezeit und Darstellung auf echten Geräten prüfen.
- Nachher messen: Google Search Console und eine datenschutzkonform eingerichtete Statistik wie Matomo im Blick behalten. Veränderungen lassen sich damit früher erkennen und einordnen; ein fester Zeitraum ist nicht garantiert.
Ein Relaunch ist die günstigste Gelegenheit, Inhalte auszusortieren
Beim Relaunch lassen sich Inhalte fast ohne Zusatzaufwand aussortieren, weil ohnehin jede einzelne Seite einmal angefasst wird. Später kostet dieselbe Aufräumarbeit ein eigenes Projekt.
Die Versuchung, den vorhandenen Bestand vollständig zu übernehmen, ist groß: Es wirkt sicher und spart im ersten Schritt Zeit. Es verlängert aber jede spätere Pflege und schleppt Seiten mit, die niemand liest. Hilfreich ist eine schlichte Liste aller Seiten mit drei Spalten — übernehmen, überarbeiten, streichen. Gestrichene Seiten brauchen trotzdem eine Weiterleitung auf das nächstpassende neue Ziel.
Ein Relaunch ist eine gute Gelegenheit, Inhalte auszusortieren
Beim Relaunch lassen sich Inhalte häufig mit geringerem Zusatzaufwand aussortieren, weil der Bestand ohnehin geprüft wird. Wie groß der Aufwand tatsächlich ist, hängt von Menge, Qualität und Dokumentation der vorhandenen Inhalte ab.
Die Versuchung, den vorhandenen Bestand vollständig zu übernehmen, ist groß: Es wirkt sicher und spart im ersten Schritt Zeit. Es kann aber die spätere Pflege verlängern und Seiten mitführen, die keinen erkennbaren Nutzen mehr haben. Hilfreich ist eine schlichte Liste aller Seiten mit drei Spalten — übernehmen, überarbeiten, streichen. Für gestrichene Seiten wird geprüft, ob ein inhaltlich passendes neues Ziel existiert; andernfalls sollte die alte Adresse einen korrekten 404- oder 410-Status liefern.
Der beste Zeitpunkt für die Umschaltung liegt vor Ihrer stärksten Saison, nicht darin
Die Umschaltung auf die neue Website gehört in eine ruhige Phase des Geschäftsjahres, mit einigen Wochen Abstand vor der Zeit, in der Sie die meisten Anfragen erwarten.
Dafür sprechen zwei Gründe. Erstens verlangen die Wochen nach dem Livegang Aufmerksamkeit: Weiterleitungen, Indexierung und Fehlermeldungen werden beobachtet und nachgezogen, und dafür braucht es auf beiden Seiten ansprechbare Menschen. Zweitens verursacht ein übersehener Fehler in einer ruhigen Woche meist weniger betriebliche Auswirkungen als in der stärksten Saison.
Ferienzeiten sind aus einem anderen Grund heikel: Ein Relaunch besteht aus Freigaben, und Freigaben brauchen Entscheider. Fehlt die Person, die über Texte, Bilder und Struktur entscheidet, steht das Projekt still.
Sicher umschalten
Ein Relaunch braucht eine Übergabe, keinen harten Schnitt.
Alte und neue Website müssen über Weiterleitungen, Inhalte und Messdaten sauber miteinander verbunden werden. So versteht Google den Wechsel als Fortsetzung und Besucher landen weiterhin genau dort, wo sie ihr Ziel erwarten.
Was den Zeitplan verzögert, sind fast nie technische Probleme
Der häufigste Grund für Verzögerungen bei einem Relaunch sind fehlende Texte und Bilder. Umsetzung und Programmierung lassen sich planen; das Warten auf Inhalte und Rückmeldungen lässt sich nur organisieren.
Drei Festlegungen vor dem Start helfen mehr als jede technische Entscheidung: eine benannte Person im Haus, die Rückmeldungen bündelt und freigibt; ein Termin, bis zu dem Texte und Bilder vorliegen; ein verabredeter Tag für die Umschaltung, der nicht in eine Urlaubswoche fällt.
Häufig verzögern fehlende Inhalte und Freigaben den Zeitplan
Fehlende Texte, Bilder und Freigaben sind häufige Gründe für Verzögerungen bei einem Relaunch. Auch technische Probleme können den Zeitplan beeinflussen; Inhalte und Rückmeldungen lassen sich vor allem durch klare Zuständigkeiten und Termine organisieren.
Drei Festlegungen vor dem Start helfen mehr als jede technische Entscheidung: eine benannte Person im Haus, die Rückmeldungen bündelt und freigibt; ein Termin, bis zu dem Texte und Bilder vorliegen; ein verabredeter Tag für die Umschaltung, der nicht in eine Urlaubswoche fällt.
Vier Phasen, in denen ein Relaunch abläuft
Ein Relaunch lässt sich in vier klar getrennte Phasen legen. Dann ist an jedem Punkt klar, was gerade passiert, was vom Auftraggeber gebraucht wird und was als Nächstes kommt:
- Bestandsaufnahme: System, Inhalte, Adressen und Zahlen ansehen. Danach steht fest, was übernommen wird und was nicht.
- Konzept und Design: Seitenstruktur, Navigation, Gestaltung. Entwürfe liegen vor, bevor gebaut wird.
- Umsetzung: Templates, Inhalte, Funktionen — auf einer zugangsgeschützten Testadresse, die für die Projektbeteiligten einsehbar ist.
- Livegang und Nachlauf: Umschaltung, Weiterleitungen, Prüfung. In den Wochen danach bleiben Indexierung und Fehler unter Beobachtung.
Manchmal lautet die ehrliche Antwort: noch nicht
Nicht jede unzufriedene Website braucht einen Relaunch. Ist das System aktuell, lässt es sich pflegen und trägt die Struktur noch, sind Teilmaßnahmen der günstigere Weg — überarbeitete Texte, neue Bilder, eine aufgeräumte Navigation, eine schnellere Auslieferung.
Ein Relaunch kostet Geld, Zeit im eigenen Haus und für einige Wochen Aufmerksamkeit. Diese Investition kann sinnvoll sein, wenn sich benennen lässt, was hinterher anders ist: besser selbst pflegbar, auf einem unterstützten technischen Stand, auf dem Handy brauchbar und an den Fragen der Kunden entlang gebaut. Lässt sich davon nichts benennen, ist der richtige Zeitpunkt möglicherweise noch nicht gekommen — und das zu sagen gehört zur Beratung dazu.
Kurz gesagt
Ein Relaunch kann sinnvoll sein, wenn die Website an mehreren Stellen gleichzeitig bremst: bei der Pflege, bei der Sicherheit, bei der Darstellung auf dem Handy und bei den Anfragen. Adressen erfassen, Struktur planen, Weiterleitungen setzen, vor dem Livegang testen und danach messen — diese Schritte reduzieren das Risiko von Sichtbarkeitsverlusten, schließen es aber nicht vollständig aus. Wir sehen uns eine bestehende Seite gern vorher an und sagen offen, was übernommen werden kann, was neu gemacht werden sollte und ob ein Relaunch überhaupt der richtige Schritt ist. Erreichbar sind wir werktags von 9 bis 17 Uhr unter 05732 68 69 260.