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GEO

Warum ChatGPT Ihre Firma nicht kennt

Wie KI-Suchsysteme Inhalte auswerten und was Sie tun können, damit Ihr Unternehmen in Antworten vorkommt.

· 7 Min.

Ein einzelner roter Punkt am dunklen Rand, nur über eine dünne Linie mit einem hell leuchtenden Wissensnetz verbunden
KI-generierte Illustration

Warum kennt ChatGPT Ihre Firma nicht?

Ob und wie ChatGPT ein mittelständisches Unternehmen nennt, hängt vom verwendeten Modell, von der konkreten Frage und von den verfügbaren Quellen ab. Eindeutige, maschinell lesbare Angaben im offenen Netz können bei suchgestützten Antworten die Chance auf eine korrekte Nennung erhöhen. Eine verlässliche Aufnahme oder Platzierung lässt sich daraus jedoch nicht ableiten.

Klassische Suchmaschinen stellen überwiegend Treffer und weitere Suchfunktionen bereit. KI-Systeme formulieren dagegen Antworten und können dabei Quellen verlinken oder zitieren. Weder die Vollständigkeit noch die Auswahl einer bestimmten Quelle ist garantiert. Widersprüchliche, veraltete oder nur schwer zugängliche Angaben erschweren eine verlässliche Zuordnung zusätzlich.

Ein KI-System hat zwei Wege zu Informationen über ein Unternehmen.

KI-Systeme beziehen ihr Wissen über eine Firma entweder aus dem Trainingsmaterial oder aus einer Suche, die während der Antwort läuft. Beide Wege folgen unterschiedlichen Regeln, und für kleine und mittlere Unternehmen ist nur der zweite realistisch zu beeinflussen.

Praktisch heißt das: Wer heute etwas an seiner Website ändert, ändert nichts am Trainingsmaterial, aber sehr wohl an dem, was ein System beim nächsten Abruf vorfindet. Genau darauf zielt GEO — die Optimierung auf generative Antwortsysteme.

  • Trainingsmaterial: der Textbestand, mit dem das Modell gebaut wurde. Er hat einen Stichtag, wird nicht laufend ergänzt und enthält vor allem, was oft und an vielen Stellen im Netz stand. Ein regionaler Betrieb kommt darin selten vor.
  • Suche während der Antwort: ChatGPT, Perplexity und die KI-Übersicht bei Google rufen aktuelle Seiten ab, lesen sie und formulieren daraus. Hier entscheidet sich innerhalb von Tagen bis Wochen, ob Ihre Angaben verwendet werden.

KI-Systeme können Modellwissen und aktuelle Webquellen nutzen.

KI-Systeme können Angaben über eine Firma aus dem beim Training aufgebauten Modellwissen und aus aktuellen Webquellen beziehen. Welche Quellen eine konkrete Antwort nutzt, hängt vom jeweiligen System, seinen Einstellungen und der Anfrage ab. Für Unternehmen ist vor allem der öffentlich erreichbare und aktuelle Webauftritt direkt beeinflussbar.

Praktisch heißt das: Eine Änderung an der Website verändert nicht sofort das bereits trainierte Modellwissen. Sie kann aber beeinflussen, was ein System bei einem späteren Webabruf findet. Genau darauf zielt GEO — die Optimierung auf generative Antwortsysteme, ohne eine spätere Nennung garantieren zu können.

  • Trainingsmaterial: der Datenbestand, mit dem ein Modell trainiert wurde. Eine einzelne Änderung auf einer Website wird nicht automatisch und unmittelbar Bestandteil dieses Modellwissens. Ob und in welchem Umfang ein regionaler Betrieb darin abgebildet ist, lässt sich von außen meist nicht feststellen.
  • Suche während der Antwort: Systeme wie ChatGPT, Perplexity oder KI-Funktionen der Google-Suche können aktuelle Seiten abrufen und als Quellen verwenden. Die technische Erreichbarkeit erleichtert das Auffinden, garantiert aber weder die Verwendung noch einen festen Zeitraum dafür.

KI-Systeme zitieren Absätze, keine Websites.

Ein KI-System übernimmt einzelne Passagen, nicht ganze Seiten. Für die redaktionelle Arbeit bedeutet das eine Umstellung: Nicht die Startseite muss überzeugen, sondern der einzelne Absatz, der aus seinem Zusammenhang gerissen und allein hingestellt wird.

Ein Absatz, der mit „Darüber hinaus bieten wir auch…“ beginnt, ist allein stehend wertlos: kein Subjekt, kein Ort, keine Leistung. Ein Absatz, der mit „Code Dimension aus Löhne betreut TYPO3-Installationen seit 2005“ beginnt, lässt sich übernehmen, ohne dass etwas fehlt. Der Inhalt beider Absätze kann derselbe sein. Die Verwendbarkeit ist es nicht.

Fünf Karten mit Gebäude, Stadtplan, Ortsmarke, Dokumenten und Reglern rund um einen zentralen Datenwürfel
KI-generierte Illustration

Eigenständige Absätze sind für KI-Systeme leichter einzuordnen.

KI-Systeme können einzelne Passagen einer Seite für Antworten oder Zusammenfassungen heranziehen. Für die redaktionelle Arbeit bedeutet das: Nicht nur die Gesamtseite sollte verständlich sein, sondern möglichst auch der einzelne Absatz ohne unnötige Rückverweise.

Ein Absatz, der mit „Darüber hinaus bieten wir auch…“ beginnt, nennt für sich allein weder Subjekt noch Ort oder Leistung. Ein Absatz, der mit „Code Dimension aus Löhne betreut TYPO3-Installationen seit 2005“ beginnt, ist eigenständiger verständlich. Das kann die maschinelle Einordnung erleichtern, ist aber keine Garantie für eine Übernahme oder Nennung.

Fünf Karten mit Gebäude, Stadtplan, Ortsmarke, Dokumenten und Reglern rund um einen zentralen Datenwürfel
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Sechs Gründe, warum ein Unternehmen in KI-Antworten fehlt

Technische und redaktionelle Faktoren können dazu beitragen, dass ein Unternehmen in KI-Antworten nicht oder falsch erscheint. Die folgenden sechs Punkte begegnen uns bei bestehenden Websites regelmäßig; daneben spielen unter anderem Relevanz, Quellenlage, Wettbewerb und die konkrete Anfrage eine Rolle.

  • Die Angaben stecken nur im Bild oder in einem schwer zugänglichen PDF. Manche Systeme können solche Inhalte auswerten, verlässlich lesbares HTML und barrierearme Dokumente erleichtern die Erfassung jedoch.
  • Der Inhalt erscheint erst durch JavaScript. Was ein Slider, ein Reiter oder ein Aufklappbereich nachlädt, sieht ein Crawler häufig nicht.
  • Die Firmendaten widersprechen sich. Eine andere Telefonnummer im Impressum als im Branchenverzeichnis kann die eindeutige Zuordnung erschweren.
  • Es fehlt der antwortende Satz. Texte, die um ein Thema herumschreiben, liefern keine Passage, die man übernehmen kann.
  • Kein Datum, kein erkennbarer Stand. Ohne Datumsangabe ist schwerer zu beurteilen, ob eine zeitabhängige Information noch gilt. Je nach Frage können aktuellere Quellen stärker gewichtet werden.
  • Die KI-Crawler sind ausgesperrt. Manche Hoster, Firewalls und Sicherheits-Plugins blockieren sie pauschal, meist ohne dass es im Unternehmen jemand weiß.

Wie sieht ein Absatz aus, den ein KI-System übernehmen kann?

Ein zitierfähiger Absatz beantwortet eine Frage im ersten Satz, nennt das Subjekt beim Namen und kommt ohne Rückbezug auf das Vorherige aus. Die Begründung folgt danach, nicht davor.

Das Muster ist schlicht: Die Überschrift stellt die Frage, die ein Kunde stellen würde. Der erste Satz darunter beantwortet sie vollständig. Ab dem zweiten Satz steht das Warum. Wer so schreibt, produziert Absätze, die auch für Menschen besser lesbar sind — der Nebeneffekt ist kein Zufall, sondern derselbe Mechanismus.

Pauschale Superlative helfen dabei wenig. „Führend in der Region“ ist ohne Beleg nicht verlässlich überprüfbar. Eine aktuelle Mitgliedschaft wie „TYPO3 Association Member“ lässt sich dagegen an anderer Stelle bestätigen. Belegbare Angaben können deshalb leichter als belastbare Quelle eingeordnet werden, sofern sie zutreffen und aktuell sind.

Widersprüchliche Angaben löschen sich gegenseitig aus.

Ein KI-System lässt eine Angabe weg, wenn es zwei verschiedene Versionen davon findet. Firmenname, Anschrift, Telefonnummer und Öffnungszeiten stehen bei den meisten Unternehmen an einem Dutzend Stellen: auf der eigenen Website, im Google-Unternehmensprofil, in Branchenverzeichnissen, in alten Presseeinträgen und in Profilen sozialer Netzwerke, die niemand mehr öffnet.

Der Aufwand für diese Bereinigung wird unterschätzt und hat trotzdem das beste Verhältnis von Arbeit zu Wirkung. Legen Sie eine verbindliche Version fest — die Schreibweise des Firmennamens eingeschlossen — und gleichen Sie jede Fundstelle daran an. Danach ist die eigene Website die Quelle, auf die sich alles andere stützt.

Widersprüchliche Angaben erschweren die eindeutige Zuordnung.

Findet ein KI-System unterschiedliche Versionen derselben Angabe, kann das die Zuordnung und Auswahl einer Quelle erschweren. Firmenname, Anschrift, Telefonnummer und Öffnungszeiten stehen bei vielen Unternehmen an zahlreichen Stellen: auf der eigenen Website, im Google-Unternehmensprofil, in Branchenverzeichnissen, in alten Presseeinträgen und in Profilen sozialer Netzwerke.

Eine Bereinigung solcher Angaben ist deshalb häufig eine sinnvolle frühe Maßnahme. Legen Sie eine verbindliche und rechtlich korrekte Version fest — die Schreibweise des Firmennamens eingeschlossen — und gleichen Sie die von Ihnen kontrollierbaren Fundstellen daran an. Die eigene Website kann dabei als zentrale, aktuelle Quelle dienen.

Für KI lesbar

Eindeutigkeit schlägt Lautstärke.

Ein Antwortsystem braucht keine werbliche Behauptung, sondern eine überprüfbare Aussage. Wenn Firmenname, Ort, Leistung und Belege konsistent zusammenpassen, kann aus verstreuten Quellen ein verlässliches Unternehmensbild entstehen.

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Bei ChatGPT gibt es keinen Platz 1.

Für KI-Antworten existiert keine feste, allgemein nachprüfbare Rangliste wie eine dauerhaft belegbare Position. Ein pauschales Versprechen „Platz 1 bei ChatGPT“ ist deshalb nicht belastbar. Antworten können je nach Formulierung der Frage, Gesprächsverlauf, System und Zeitpunkt unterschiedlich ausfallen.

Beobachten lässt sich trotzdem einiges, und vier Beobachtungen reichen für eine ehrliche Erfolgskontrolle.

  • Stichproben: zwanzig feste Fragen, einmal im Quartal gestellt und protokolliert — wird die Firma genannt, stimmen die Angaben, wird verlinkt.
  • Besucher aus KI-Systemen: Zugriffe mit Herkunft ChatGPT, Perplexity oder Copilot lassen sich in einer datenschutzkonform eingerichteten Webanalyse teilweise getrennt ausweisen.
  • Server-Logs: Das Serverprotokoll kann Abrufe durch Bots zeigen, die sich als KI-Crawler ausweisen. Daraus folgt jedoch nicht, dass der Inhalt in einer konkreten Antwort verwendet wurde.
  • Die Frage im Erstgespräch: Wie sind Sie auf uns gekommen? Der Wert ist unsauber, aber er ist echt.

Was Sie an einem Vormittag selbst prüfen können

Die Bestandsaufnahme kostet nichts außer Zeit und fällt meistens ernüchternd aus. Stellen Sie einem KI-System die Fragen, die Ihre Kunden stellen würden, und lesen Sie mit, was dabei herauskommt — falsche Öffnungszeiten eingeschlossen.

  • Fragen Sie nach Ihrem Firmennamen und notieren Sie jede Angabe, die falsch, veraltet oder erfunden ist.
  • Fragen Sie nach Ihrer Leistung mit Ortsbezug, etwa nach einem Dienstleister im Raum Herford, und sehen Sie nach, wer stattdessen genannt wird.
  • Schalten Sie im Browser JavaScript ab und rufen Sie Ihre drei wichtigsten Seiten auf. Was jetzt fehlt, kann für manche Crawler schwerer erfassbar sein; Google und einige andere Systeme können JavaScript allerdings in unterschiedlichem Umfang verarbeiten.
  • Suchen Sie Ihre Telefonnummer im Netz und zählen Sie, wie viele Schreibweisen davon im Umlauf sind.
  • Prüfen Sie, ob auf Ihren Seiten ein Datum steht, an dem sich der Stand der Information ablesen lässt.

Kurz gesagt

Eindeutige und überprüfbare Angaben können die Chance erhöhen, dass KI-Antwortsysteme ein Unternehmen korrekt einordnen. Eine Nennung, Verlinkung oder bestimmte Platzierung lässt sich daraus nicht garantieren. Wenn Sie wissen möchten, was KI-Systeme heute über Ihr Unternehmen sagen, ist ein sinnvoller Einstieg, wiederholbare Fragen zu stellen und die Antworten mit Datum und Quellen mitzuschreiben. Wir gehen dabei im Quartalstakt vor und sind werktags von 9 bis 17 Uhr unter 05732 68 69 260 erreichbar.

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